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3 Bären auf Reise – Digitales Kinderbuch
Zum Vorlesen ab 5 Jahre, Selbstlesen ab 7 Jahre
€12.50
Drei Bären, drei unterschiedliche Heimatländer und ein gemeinsames Abenteuer: Eisbär Finn, Braunbär Luk und Pandabär Bao machen sich auf den Weg, die Welt der anderen kennenzulernen.
Ihre Reise führt sie durch eisige Schneelandschaften, Wälder und Berge. Unterwegs begegnen sie fremden Tieren, entdecken Neues und müssen so manche Herausforderung meistern. Ob eine schwankende Hängebrücke oder bitterkalter Schnee – jeder der drei hat seine Stärken, aber auch seine Ängste.
Schritt für Schritt erfahren Finn, Luk und Bao, wie viel Mut Freundschaft schenken kann. Denn auch wenn nicht jeder Weg direkt ans Ziel führt: Gemeinsam gibt es viel zu entdecken.
Ein liebevoll illustriertes Kinderbuch über Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, Neues zu wagen – zum Vorlesen und Selberlesen.
Empfohlenes Alter: 5-8 Jahre
187 Seiten
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Leseprobe:
Kapitel 1: Drei Bären auf einer Lichtung
Mitten in einem großen Wald lag eine wunderschöne Lichtung. Hohe Tannen, alte Eichen und schlanke Birken umgaben sie wie eine grüne Mauer. Bunte Blumen wuchsen zwischen den Gräsern, Schmetterlinge flatterten durch die warme Luft, und in den Baumkronen sangen die Vögel ihre fröhlichen Lieder.
Normalerweise war die Lichtung ein friedlicher Ort. Rehe fraßen dort das saftige Gras, Hasen spielten zwischen den Blumen, und Eichhörnchen sprangen von Ast zu Ast.
Doch an diesem Morgen sollte alles anders werden.
Plötzlich raschelte es laut im Gebüsch.
Knack!
Ein Ast zerbrach, die Blätter bewegten sich, und einen Augenblick später trat ein großer Braunbär auf die Lichtung.
Sein dichtes braunes Fell glänzte in der Morgensonne.
Es war Luk.
Er sah sich um, richtete sich auf seine Hinterbeine und brummte zufrieden.
„Was für ein schöner Platz! Genau richtig für den stärksten und besten Bären der ganzen Welt!“
Die Hasen blieben erschrocken stehen.
Ein Eichhörnchen ließ vor lauter Staunen beinahe seine Nuss fallen.
Luk wollte sich gerade im weichen Gras niederlassen, als am anderen Ende der Lichtung ein seltsames Geräusch zu hören war.
„Rutsch … rumpel … plumps!“
Ein weißer Bär kugelte einen kleinen Abhang hinunter und landete mitten in einem Blumenbeet.
Blütenblätter wirbelten durch die Luft und setzten sich auf seine Nase.
Es war Finn, der Eisbär.
Finn setzte sich auf, schüttelte kräftig sein weißes Fell und pustete die Blütenblätter von seiner Schnauze.
„Das war natürlich Absicht“, erklärte er. „Der stärkste und beste Bär der ganzen Welt braucht schließlich einen besonderen Auftritt.“
Luk stemmte seine Tatzen in die Hüften.
„Der stärkste und beste Bär der Welt? Das bin doch wohl ich!“
Finn sah den Braunbären erstaunt an.
„Du? Das kann nicht sein. Ich bin stark genug, um durch das eiskalte Meer zu schwimmen.
Ich kann über glatte Eisschollen laufen und friere nicht einmal bei einem Schneesturm.“ Luk schnaubte.
„Im kalten Wasser schwimmen? Das kann doch jeder Fisch!
Ich kann schwere Baumstämme bewegen, auf Bäume klettern und mit meinen kräftigen Tatzen Fische aus einem Fluss fangen.“
Die beiden Bären stellten sich einander gegenüber.
Luk reckte die Brust heraus, und Finn machte sich so groß, wie er nur konnte.
Da raschelte es plötzlich in den Zweigen eines nahen Baumes. Ein dritter Bär kletterte langsam am Stamm herunter.
Sein Fell war schwarz und weiß, und in einer Tatze hielt er einen grünen Bambusstängel.
Es war Bao, der Pandabär.
Gemütlich kaute er ein Stück Bambus, setzte sich ins Gras und betrachtete die beiden anderen Bären.
„Ihr seid ganz schön laut“, sagte er. „Man hört euch bestimmt bis auf den höchsten Berg.“
„Wir versuchen gerade herauszufinden, wer der stärkste und beste Bär der Welt ist“, erklärte Luk. „Aber eigentlich steht die Antwort längst fest: Ich natürlich!“
„Das glaubst auch nur du!“, widersprach Finn. „Ich bin viel stärker.“
Bao schluckte sein Stück Bambus hinunter und lächelte.
„Dann habt ihr mich wohl noch nicht kennengelernt.
Ich kann auf die höchsten Bäume klettern und mich sogar an den dünnsten Ästen festhalten.
Außerdem finde ich überall den besten Bambus.
Deshalb bin selbstverständlich ich der beste Bär der Welt.“
Luk begann zu lachen.
„Bambus finden? Was soll daran so besonders sein?“
„Und auf Bäume kann ich bestimmt auch klettern“, behauptete Finn.
Bao sah den großen Eisbären an und kicherte.
„Ein Eisbär auf einem dünnen Ast? Das möchte ich sehen!“
Inzwischen hatten sich immer mehr Waldtiere am Rand der Lichtung versammelt.
Zwei Rehe streckten neugierig ihre Köpfe zwischen den Büschen hervor.
Eine Igelfamilie rückte ganz nach vorne, und die Eichhörnchen suchten sich auf den Ästen die besten Plätze. Auch der Fuchs war aufgewacht und beobachtete das Geschehen mit gespitzten Ohren.
Sogar die alte Eule öffnete mitten am Tag ihre Augen.
„Ich bin der Stärkste!“, rief Luk„Ich bin der Mutigste!“, rief Finn.
„Und ich bin der Geschickteste!“, rief Bao.
„Ich kann schneller laufen als ihr beide!“, behauptete Luk.
„Dafür kann ich besser schwimmen!“, widersprach Finn.
„Und ich kann besser klettern!“, sagte Bao.
So ging es immer weiter.
Keiner hörte dem anderen richtig zu. Jeder wollte unbedingt beweisen, dass er der stärkste, mutigste und beste Bär der ganzen Welt war.
Schließlich flatterte die alte Eule von ihrem Ast herunter und landete auf einem Baumstumpf in der Mitte der Lichtung.
„Huu-huu! Nun ist aber genug!“, rief sie.
Die drei Bären verstummten.
„Warum muss einer von euch besser sein als die anderen?“, fragte die Eule. „Jeder von euch kann etwas Besonderes. Luk ist kräftig und kennt den Wald.
Finn ist ein ausgezeichneter Schwimmer und kennt sich mit Schnee und Eis aus. Bao ist ein geschickter Kletterer und findet selbst im dichtesten Wald den besten Bambus.“ Luk, Finn und Bao sahen einander nachdenklich an.
„Das stimmt eigentlich“, murmelte Luk.
Finn betrachtete Bao neugierig. „Ich habe noch nie Bambus gesehen.“
„Und ich habe noch nie eine Eisscholle betreten“, sagte Bao.
Luk nickte. „Ich war noch nie in der Arktis. Ist es dort wirklich überall weiß?“
Finns Augen begannen zu leuchten.
„Oh ja! Dort gibt es riesige Eisberge, glitzernde Schneefelder und ein Meer, das so weit reicht, wie man sehen kann. Wenn die Sonne scheint, funkelt das Eis wie tausend kleine Diamanten.“
„Das würde ich gerne sehen“, sagte Bao.
„Ich auch“, stimmte Luk zu.
Finn überlegte einen Moment. Dann streckte er den beiden anderen seine große weiße Tatze entgegen.
„Was haltet ihr davon, wenn wir aufhören zu streiten und Freunde werden? Dann kann jeder von uns den anderen seine Heimat zeigen.“
Luk legte seine braune Tatze auf Finns.
„Einverstanden!“ .....
